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Und noch einmal Finanzkrise

Geschrieben von DerKlaun - April 18, 2009

So langsam macht mir die Sache doch schon Angst. Es hätte alles so toll werden können, ein paar Banken verlieren virtuelles Geld, ein paar postfaschistische Unternehmen wie Hersteller von Mode oder Modelleisenbahnen gehen pleite, Opel wird meinetwegen aufgelöst, das führt ja aber net dazu, dass weniger Autos gekauft werden, die Gesamtproduktion müsste sogar bei weniger Wettbewerb um einiges effektiver funktionieren. Aber nein, wir haben ja unsere Politiker. Unsere Politiker sind einfach zu nette Menschen, weshalb sie gerade Unmengen verschenken an das einfache Volk. Ok, an die Arschlöcher, die sich immernoch vermehren, an Autohersteller, ich vermisse echt die Grünen in der Regierung, man kann in wirtschaftlich entwickelten Gegenden tatsächlich ohne Auto überleben, aber nein, Dekadenz kommt bekanntlich vor Logik.

Also, es werden gerade Summen verschenkt, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Einfach so in den Wind geblasen, für eventeull ein paar Wochen gebremmsten Abschwung. Wahrscheinlich wissen die Politiker selbst wie lächerlich diese Krise im Vergleich zu vorherigen ist, sie erhöhen die Moral etwas, machen etwas negativen Wahlkampf, welcher Mensch bitte, und wenn er dadurch ne Menge Profit gemacht hat, kann so eine Schuldenerhöhung bitte gutheißen, und dann, wenn jeder gesunde Mensch erwartet, dass der Staat pleite geht, die Wirtschaft aber noch nicht angesprungen ist, die Menschen übersättigt sind an Gütern, die sie jetzt kaufen konnten, und dazu noch verschuldet, dann, wenn eigentlich jeder, der irgendwann schon einmal unseren Medien etwas geglaubt hat, meinen würde, dass einfach alles in sich zusammenbricht, vielleicht nicht in Deutschland, aber in richtigen Ländern mit echten Menschen wie Frankreich oder Griechenland oder Kenia plötzlich die Menschen auf die Straßen gehen und Räterepubliken ausrufen, genau dann, dann passiert nichts. Es wird nichts passieren, so doof sind die Politiker nicht. Ich bin nicht jemand, der meint, dass sie zu dem Besten gehören, was Deutschland zu bieten hätte, sie sind schon mehr rhetorisch als intellektuell begabt, aber so doof kann keiner sein, das geht einfach net. Es wird nichts passieren, es wird keine Massenarbeitslosigkeit geben, keine Megaverschuldung, keine Konzernpleiten, keine Straßenschlachten. Was wir hier erleben ist nur die Selbstreinigung des Kapitalismus, so wie 1914, jetzt auf anderer Ebene. Ein bisschen überschüssiges Geld wurde verpullvert, Idioten, die sparen, sind halt bestraft worden (Wir alle leben ja für irgendwann und nicht für heute, alles was wir tun, ist ja für die Zukunft, und ich meine, so unvorhersehbare Sachen, sowas hat es ja noch nie in der  Geschichte gegeben, es ist vollkommen logisch zu sparen, und überhaupt, wer hätte gedacht, dass der Kapitalismus jemals schwächeln würde Oo), was wir Krise nennen, ist in Wahrheit das beste, was unserem System passieren konnte.

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Weihnachten

Geschrieben von DerKlaun - Dezember 22, 2008

Ich habe es überlebt. Die Vergewaltigung, das Massaker, den Holocaust, die Vernichtung der Welt, wie wir sie kennen: Die Kriminalabteilung der lokalen Buchhandlung konnte mir nichts anhaben.

Da gibt es Bücher, deren Titel hoffentlich aus dem Gehirn eines Sechsjährigen entsprungen ist, ich denke hätte ich damals ein Buch geschrieben, so wäre es nicht aus dem Sortiment gefallen. Mein persönlicher Favorit ist ,,Blut von meinem Blut”, man hätte ihn doch wenigstens ,,Blut meines Blutes” nennen können. So wie ich das verstanden habe, waren die Bücher für erwachsene Menschen gedacht, aber so wie ich das verstehe, gibt es doch nur drei Arten, die, die lesen, die, die dafür zu dumm sind und die Hausfrauen. Aber die Hausfrauen sterben aus, wer kauft also all die Bücher?

Ich musste jedenfalls eins kaufen, irgendeins. Ich schaute mir ein paar Bücher näher an. ,,Memento”, nach ein paar Sätzen legte ich es angewidert weg. ,,Glennkill”, der Untergang des Abendlandes?, da war ein Romanautor aus Göteborg, eigentlich ideal, da eines der Geschenke an einen Halbschweden gehen sollte – es war grausam zu lesen. Doris Lessing, ich las den Klappentext, Utopie. Warum nicht, ich persönlich halte Utopien für übelste Meinungsbildung der besitzenden Klassen, naja, Dystopien, ist ja heute das gleiche, aber dann stand es da: Eine Welt ohne Männer. Haben Frauen denn keinen anderen Lebensinhalt als das andere Geschlecht? Der negative Höhepunkt war eine französische Autorin. Franzosen sind die besseren Menschen dachte ich mir, wieso also nicht. Spiegel-Bestseller stand auf einem Buch, die Titel waren nur halb so grausam, es waren mindestens 6 Bücher der gleichen Dame ausgelegt. Ich schlug zufällig auf der zweiten Seite auf, las irgendein belangloses Polizeigespräch, und dann stach mir diese Formulierung in die Augen: ,,Wörtliche Rede”, knurrte der Kommissar. Knurrte der Kommissar? Gott bewahre, wir haben so gottverdammt viele schöne Worte in unserer Sprache, wieso ein derart primitiver Satz? Wieso beschreibt sie ihn nicht als Hund, jeder große Autor hätte das getan? Hält die gute Frau es für Stil ihre Charaktere zu verschlüsseln? Oder war es einfach nur ein süßes Bild wie aus einem Kinderbuch? Dann soll sie auch verdammt nochmal Kinderbücher schreiben.  Ja, ein Moment der literarischen Bewusstlosigkeit ist verzeihbar, der Rest war nicht besser, jedoch derart belanglos, dass ich mich weder an einen Titel, noch an den Namen der Frau erinnern kann, selbst Google kann mir nicht weiterhelfen. Das Internet hat mich doch nicht verlassen. Letztendlich habe ich haufenweise Bücher für mich selbst gekauft, eines für meinen Bruder, jedoch ebenfalls von tatsächlichem literarischem Wert, und ich möchte hier eigentlich nicht derart elitistisch erscheinen, ich war offen gegenüber den Schriftstellern unserer Zeit, aber sie sind doch nicht mehr als nur Nutten, schlimmer, reaktionäre Nutten, und einen Krimi, der nicht so grottenschlecht geschrieben war. Leider ziemlich langweilig, aber ich langweile mich lieber, als Amok zu laufen, und so wünsche ich es mir eigentlich auch bei anderen Menschen ;) .

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