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Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft und Politik’

Europawahl

Geschrieben von DerKlaun - Juni 7, 2009

Mir war eigentlich vollkommen klar, dass diese Wahl nichts ändern wird. Die politischen Lager sind sich extrem ähnlich, die meisten europäischen Länder besitzen eine noch wesentlich rechtere Bevölkerung als Deutschland, kaum Wahlbeteiligung, selbst die Linken in Deutschland interessieren sich nicht großartig für ein Europa. Und dennoch hat mich der Anblick im Wahllokal von neuem zutiefst erschüttert. Ich hatte das garnicht bedacht, war zu objektiv gewesen, habe nur das Programm der Parteien gesehen, vergessen, wer eigentlich wählt. Die Generation 3. Reich und Kalter Krieg, die Jugend der 40er und 50er, die, die derart verblödet wurden, dass sie nur eine Wahl haben: CDU. Die Partei der Rentner und Hausfrauen,  derer, die sich jetzt wohlfühlen, der Antichristen. Europa ist tot, die christlichen Parteien regieren weiter über die atheistischsten Länder der Welt, wieso sind Menschen so armselig :(

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Jim Morrison

Geschrieben von DerKlaun - Februar 6, 2009

Ich habe grade ein paar schöne Zitate von ihm gefunden, sie sind mehr oder weniger trivial, geben aber ganz gut das wieder, was ich hier schon in ein paar Einträgen so in etwa geschrieben habe (Rechtschreibung usw entspricht meiner Quelle):

,, Maybe primitive people have less bullshit to get of, to give up. A person has to be willing to give up everything – not just wealth. All the bullshit that he’s been taught – all society’s brainwashing. You have to let go of all that to get to the other side. Most people aren’t willing to do that.”

Besonders gefallen hat mir natürlich:

,,Whoever controls the media, controls the mind”

Noch eine Menge anderer, nicht ganz so trivialer Stoff, zu anderen Themen, die eigentlich wesentlich interessanter sind, vielleicht schreibe ich mal was drüber, aber ich bin zu faul sie abzutippen. Ich lass es einfach mal so stehen. Fand ich toll, dass ich nicht alleine bin, ok, er ist tot, in meinem kleinen Kreuzzug gegen die Advokaten des Teufels, auch Journalisten genannt.

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Der Kapitalismus frisst seine Kinder!

Geschrieben von DerKlaun - Februar 4, 2009

Ich weiß nicht, ob es in Zusammenhang mit unserer virtuellen Finanzkrise steht, aber der Rückgrat des Kleinbürgertums ist eingebrochen. Zumindest eines davon.

Nichtsahnend habe ich heute wie jeden Tag die Website des Spiegels betreten, eine belanglose Meldung über den Papst nicht gelesen und dann stand da die tollste Neuigkeit seit der Relativierung von Obama letztens, eigentlich ist sie noch toller, Märklin ist pleite.

Märklin stellt Modelleisenbahnen her. Zum einen werden diese von Eltern benutzt, um ihren Kindern von Anfang an Effizienzdenken, Geschlechterrollen oder Technikinteresse einzustampfen. Zumindest zwei davon sind prinzipiell nicht negativ, aber in ausgeprägter Form unterstützt es das System ungemein. Die Steigerung ist vielleicht der Autofetischismus oder ähnliches, also so eine Art Einstiegskrankheit. Zum anderen spielen aber auch ein paar Eltern selbst mit diesen Eisenbahnen. Es sind sicherlich wenige, aber eine eigene, friedliche Realität erschaffen, das erinnert doch stark an die Zeit nach der Märzrevolution, zumal das die Hochzeit der Eisenbahn war.

Sicher ist es auch kein spezifisch kapitalistisches Phänomen, Nichtdenker sind in jedem Staat willkommen, aber es gibt momentan quasi nur die freie Marktwirtschaft.

Es ist vielleicht ein kleines Kind gewesen, aber ein Hoffnungsblick, ein Zeichen dafür, dass es doch Neues unter der Sonne gibt, um Sartre zu zitieren.

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Die aufregenste Zeit aller Zeiten

Geschrieben von DerKlaun - Januar 31, 2009

Ein leicht abgewandeltes Zitat aus dem Film ,,Waking Life”, dessen Wahrheitsgehalt mir gerade eben erst bewusst geworden ist.

Eigentlich ist unser Zeitalter langweilig. Die Gesellschaft ist festbetoniert, es gibt keinen Anlass zu Revolutionen in den politisch bedeutsamen Ländern der Erde außer China und selbst dieses Land ist sehr stabil. Kriege zwischen Supermächten gehören seit 1990 der Vergangenheit an, eigentlich sogar schon seit dem Koreakrieg.  Prinzipiell leben wir sogar in absoluter Meinungsfreiheit, die alleine durch die Medien eingeschränkt ist, aber kaum ein Mensch ist mit mir der Ansicht, dass diese intensiv bekämpft gehören. Deutschland hat seit fast 70 Jahren keinen heißen Krieg mehr erlebt, Terrorismus ist die größte Bedrohung, und dieser ist, und ist es schon immer gewesen, lächerlich und schwach.

Das Militär ist in den wichtigsten Staaten prinzipiell überflüssig und wird von der Bevölkerung, was ich als historische Besonderheit empfinde, mit Ausnahme von den USA, aber auch dort nimmt die Popularität ab, nicht unterstützt.

Eigentlich gibt es absolut keinen Anlass zur Veränderung. Genau darum hielt ich die Aussage aus dem Film für nicht zutreffend.

Es ist alles fest und unbeweglich, ja, aber in den nächsten 30 Jahren wird sich unsere Gesellschaft grundlegend verändern, so grundlegend, dass ich wage es mit der industriellen Revolution zu vergleichen. Unsere Rohstoffe werden knapp. Ich werde seit meiner Geburt mit diesem Fakt konfrontiert und empfinde diese Tatsache nun als trivial, etwa so wie Nazis böse sind oder Sozialismus nicht funktioniert. Vielleicht ist mir darum die Auswirkung dieser niemals aufgefallen.

Seit es Nationen gibt, wird ihr Reichtum durch Ressourcen bestimmt. Als Beispiel sei das alte Ägypten genannt, welches durch den fruchtbaren Boden emporsteigen konnte, die ersten Zivilisationen, die durch Metallverarbeitung bessere Waffen bauen konnten als Völker, die dies nicht gelernt haben, haben die Welt in unglaublichen Maßen geprägt, zuletzt durch die Eroberung von Amerika durch die Spanier von den mit Steinkeulen kämpfenden Indianern. Die heutigen politisch bedeutsamen Religionen, das Judentum entsprang aus Ägypten und Mesepotanien, die ersten großen Hochkulturen lebten dort. Aus ihm wuchsen Christentum und der Islam, letzterer hat heute noch als Religion bedeutung, das Christentum jedoch hat die Moralvorstellungen der Welt wesentlich intensiver noch geprägt. Außerdem entspringt alle Wissenschaft aus diesen beiden Glaubensrichtungen, kein nichtchristliches Land hat bis 1900 irgendeine politische Bedeutung gehabt außer als Kolonie, weil sie technologisch absolut unterentwickelt waren, und das Christentum hat bekanntlich nur fortgesetzt, was die Muslime im frühen Mittelalter angefangen haben. Kupferverarbeitung war der Startschuss der Zivilisation, die Verwendung von Steinkohle oder Erdöl der der Industralisierung.

Heute resultiert Reichtum etwas indirekter, Deutschland ist nicht reich, weil es viele Metallvorkommen besitzt, sondern weil es diese Metalle verarbeiten kann.

In 30 bis 40 Jahren jedoch entfällt dies, die meisten Metallvorkommen werden erschöpft sein. Der Motor der Zivilisation, genau das hat seit der neolithischen Revolution alles bedeutet, fällt weg. Ein riesiges Vakuum entsteht, eigentlich ist es nicht zu füllen. Die meisten technischen Produkte funktionieren eben nur dank bestimmter Elemente, wir werden also, zuletzt gab es das meines Wissens nach zu Zeiten der Pest, technologischen Rückschritt erleben.  Doch nach der Pest konnte der Mensch erneut anfangen, nach dieser kam mit der Reformation und der Reinaissance eine der bedeutsamsten Epochen der Menschheitsgeschichte.

Dazu kommt eine relativ schnelle Annäherung der unterentwickelten und bevölkerungsreichen Staaten, Indien und China sind hier die besten Beispiele, an die westlichen Zivilisationen. In diesen Ländern leben doppelt so viele Menschen wie in unserem Kulturkreis, die alle früher oder später ein Bedürfnis nach Hightechprodukten haben, der Bedarf steigt also enorm, während das Angebot nur sinken kann. Das Energieproblem ist vielleicht lösbar, prinzipiell  können wir heute schon viel durch Wasserstoff ersetzen, die Wirtschaftlichkeit wird sich sicher noch verbessern. Aber Metalle, die sind unersetzlich. In 30 Jahren wird sich also alles verändern. Alles, einfach alles. Eine riesige Katastrophe steht uns bevor, deren Ausmaße unvorstellbar sind. Das Volk ist durch Konsum  befriedigt und so einbetoniert, wenn dieser Konsum wegfällt, wir erleben es heute in leichter Form schon an der, inzwischen wieder abfallenden, Unterbeschäftigung. Nun stelle man sich vor, dass nicht 5 mio Menschen einen leichten Mangel haben, sondern, angenommen Deutschland würde weiterhin 80mio Einwohner haben, vielleicht 75mio einen starken. Dieses Verhältnis erinnert mich an die französische Revolution, aber es wäre eine Revolution ohne Adel, mit sinkendem Konsum verschwindet auch das heutige Besitzbürgertum. Eine Revolution gegen niemanden, und darum gegen ein Gespenst, vielleicht gegen die restlichen 5mio, vielleicht gegen alles, das wir kennen. Dieser Zerfall dauert bestimmt länger als 30 Jahre, vielleicht ist die jetzt neugeborene Generation in die interessanteste Zeit geworfen, aber die meisten von uns werden den Anfang miterleben. Den Untergang aller Regeln der Ökonomie wie sie im prinzip seit 7000 Jahren bestehen in einer Gesellschaft, die darauf nicht vorbereitet ist. Zu Zeiten der französischen Revolution gab es ein Lösungsmodell, die Demokratie. Heute gibt es nicht einmal Ansätze für eine neue Gesellschaft…

Es gibt auch andere plausible Interpretationen, jeder Mensch in Mittel- und Nordeuropa hat heute Zugang zu Bildung, durch das Internet erleben wir eine intensive Vermischung der Kulturen, die Menschheit entwickelt sich momentan rasend schnell, ich behaupte jeder EU-Bürger unter 30 aus den Ländern, die nicht romanische Sprachen sprechen, spricht oder lernt Englisch fließend, es gibt also endlich eine einheitliche, jedem zugängliche Sprache, durch die früher oder später endlich die Nationen und unterschiedlichen Kulturen aufgehoben werden (müssen).

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Hessenwahl

Geschrieben von DerKlaun - Januar 18, 2009

So, ich komme gerade von dem Wahllokal und habe die einzige Wahl getroffen, für die ich nicht in die Hölle kommen werde.

Das Publikum im Wahllokal fand ich sehr bedenklich. Hier im Stadtviertel ist ein Ausländeranteil von über 40%, und nein, kein Mensch mit südländischem Aussehen war hier zu finden. Wieso ist eine so große Bevölkerungsgruppe so vollständig ausgeschlossen? Ein paar werden ja schon deutsche Staatsbürger sein, ich kenn mich mit juristischem Kram nicht aus, aber irgendwie beunruhigend. Dafür aber die, die sowieso die nächste Legislaturperiode nicht überleben werden. Ein Wunder, dass Ypsilanti bei der letzten Wahl direkt in den Landtag gewählt wurde, das klassischste CDU-Publikum wählt in Scharen. Diesmal wird Ypsilanti jede Wählersympathie verspielt haben, also geht der Kreis wieder an die Christen. Ja, sie haben ihre demokratischen Grundrechte und sind auch Menschen, aber ich finde bei potentiellen Rechtswählern könnte man mal eine Ausnahme machen ;) .

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Finanzkrise die 2.

Geschrieben von DerKlaun - Dezember 8, 2008

Ich habe endlich was von dem schlimmsten Ereignis seit dem Holocaust oder so, Gott wie ich Medien hasse, jetzt unterstützen sie auch noch Polizisten und Kindermörder in Griechenland, gemerkt, der Postbankautomat ist zum 3. mal oder so ausgefallen – echt heftig.

Kapitalismus, brech endlich zusammen, dann haben wir es hinter uns und ich werde König!

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Von der Moral und der Resignation

Geschrieben von DerKlaun - November 20, 2008

Moral, was ist das? Ich will keine wilden Theorien darüber aufstellen, wie Moral entstanden ist und ob es zu dieser Zeit gut oder schlecht war, ich will nicht den Fehler machen, den zu viele machen und nur das Gerüst dieses Gebildes betrachten, ich will mir das Gebäude unserer Werte von innen anschauen.

Und darum muss ich sagen: Die Moral war vor dem Menschen da, sie ist ein übergeordnetes Prinzip. Vielleicht war sie das nicht immer und wurde einst erfunden, aber prinzipiell lebt der  heutige Mensch in einer Welt, in der die Werte als Essenz dieser gegeben sind. Wir achten einander, nicht, weil es ein evolutionärer Vorteil wäre, wir entwickeln diese Eigenschaft nicht erst, nein, wir bekommen diese Regel in die Wiege gelegt, so wie wir die Schwerkraft als vom Individuum unabhängigen Teil unseres Systems von Kindheit an erfahren müssen. Uns wird erzählt, dass Neid schlecht ist, so wie es schlecht ist mit einer Gabel an einer Steckdose zu spielen. Die Moral ist ein Naturgesetz. Eine Spielregel unserer Gesellschaft.

Und nun zu mir. Ich kann nicht mehr allein sein. Ich brauche immer Musik, außer wenn ich spazieren gehe. Irgendetwas, was mich von meinem Alltag ablenkt, was mich erholen lässt, was mich in eine positive Stimmung versetzt, wir kennen alle Musik und hören alle Musik, darum will ich die Liste nicht weiterführen.

Was bedeutet das? Wie in der Überschrift angedeutet: Resignation. Resignation vor den Spielregeln unserer Gesellschaft. Damit meine ich nicht unbedingt die Moral, es ist genauso eine Spielregel, dass der Mensch am Vormittag und am Nachmittag arbeitet und sich am Abend erholt und all seine Freuden auf das Wochenende verlegt. Ich habe mich mein ganzes Leben darüber gewundert, wenn Menschen den Ausdruck ,,Leben” im Sinne von Spaß haben, Party machen, Gesellschaft pflegen, Urlaub machen oder ähnliches benutzt haben. Jetzt verstehe ich, da ich diese Erfahrung selbst mache: Wir haben unseren Teil zu unser aller Wohlergehen beizutragen, unsere wöchentliche Beschäftigung und in unserer Freizeit dürfen wir wieder Individuum sein.

Wir verkaufen uns also um leben zu können. Und nur so können wir leben. Destruktivität scheint alles zu sein, für das wir geboren sind. Alkohol konsumieren, lange wach bleiben, Paaren ohne Nachwuchs, das ist das Leben? Es gibt noch Fraktionen von Menschen, die noch wesentlich eigenartigere Ansichten von befriedigender Existenz haben. Bausparer, Kleingärtner, alles Reaktionäre und Biedermeierliche. Beides ist Resignation vor der Entfremdung des Menschen. Der Mensch ist doch in erster Linie ein denkendes, ein reflektierendes Wesen. Musik hindert mich persönlich meistens daran. Mir ist kein Säugetier bekannt, welches nicht Spaß haben könnte, Elefanten betrinken sich, Hunde und Katzen pflegen zu spielen und so weiter. Die Poesie und die Philosophie oder der Forschungsgeist der Naturwissenschaften, erst das macht uns doch zum Menschen.

Wie ändert man diesen Zustand? Mehr Individuum während des Werktages, das kann nicht funktionieren. Wir alle benötigen unser tägliches Brot, wir alle wollen Menschen haben, die Medikamente gegen Krebs entwickeln oder den Acker bearbeiten. Ich nenne es einfach mal fälschlicherweise Gesellschaftsvertrag, wir alle leben in geistiger Armut, damit wir fressen und ab und zu übermäßig Alkohol trinken dürfen. Wie ein Elefant.

Ich habe noch das relative Glück ein Studium einer Naturwissenschaft zu erfahren, aber das ist ja nur ein Teil von dem, was den Menschen ausmacht, und befriedigt bis jetzt nicht einmal meinen Forschungstrieb. Ich bezweifele, dass ich jemals die Freiheit haben werde zu tun, was ich tun will, also meine Interessen mit meinem Beitrag zu der funktionierenden Gesellschaft übereinstimmen.

Wie ändert man dies nun? Ja, Gesellschaft zerstören. Aber wer eine Spielregel außer Kraft setzt, der bringt das ganze Gebäude zum Einsturz. Hitler hat gegen die Gesetze des Marktes verstoßen, indem er durch wirtschaftlich sinnlose Projekte Menschen Arbeit gab, und hat letztendlich alle Moral abgeschafft oder neu definiert. Moral ist an sich, wenn es nicht in unnötigen kleinbürgerlichen Ordnungsfetischismus ausartet, etwas Gutes, mein Gesellschaftsvertrag aber ist nicht viel besser als der Tod. Was ist der Unterschied zwischen Tod und Automat sein unter der Woche und am Wochenende alles nachzuholen, was nachgeholt werden kann, und dadurch wieder jede Menschlichkeit, die ich weiter oben ansatzweise definiert habe, ausblendet. Der Unterschied liegt, so denke ich, größtenteils darin, dass der Tod wesentlich individueller ist. Ein Teil der Gesellschaft kann nur schwer sterben, eigentlich gar nicht, hier will ich auf meinen Ansatz am Anfang des Textes hinweisen, es geht mir nicht um eine historische Betrachtung, ein Mensch schon.

Also, entweder wir sind tot oder wir schaffen die Moral ab. Wir müssen sie ja nicht wie Hitler durch eine andere ersetzen, oder?

Ich meine damit nicht, dass eine Revolution stattfinden sollte, nein, aber ein Individuum für sich sollte alle Werte verneinen, es geht um die persönliche Erfüllung und nicht um Marx Arbeiterparadies.

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Finanzkrise

Geschrieben von DerKlaun - November 16, 2008

So wenige Arbeitslose wie seit Ewigkeiten nichtmehr, den Menschen geht es gut genug um sich Gedanken über die globale Erwärmung zu machen und die Zeitungen berichten ununterbrochen von der Finanzkrise.

Die soll ja angeblich so krass sein, wie es seit den 30ern keine mehr war. Ähm, merkt davon irgendeiner was? Finanzkrise? Unmenschlich viele Milliarden auf einmal vernichtet? Automobilindustrie bricht ein? Es gab hier nicht einmal eine Demonstration gegen die 500 Mrd, die den betroffenen Unternehmen in den Hintern gesteckt werden sollten. 500 Mrd, das ist mehr als China ausgeben will, das sind 12500 Euro für jeden arbeitsfähigen Bürger, die dann irgendwo fehlen, bei der Gesundheit, bei der Ausbildung der Kinder, bei der Rente?

Wieso demostriert da kein Schwein? Wo bleibt denn nun die Krise? Ich will die Banken einstürzen und die BMW-Poser Fahrrad fahren sehen.

Wirtschaft funktioniert doch durch Angebot und Nachfrage, entweder die Leute kaufen oder sie kaufen nicht. Ist denn durch die Finanzkrise die Anzahl der Güter verringert worden oder hat sich die Nachfrage geändert? Klärt mich auf, kommt es vielleicht noch? Der Supercrash? Aktienhändler, die sich in Massen erschießen, 30% Arbeitslosigkeit, Massenproteste, Aufstieg der extremen Parteien? Ok, letzteres passiert zumindest bei der sogenannten ,,Links”-Partei, aber eher aus der Dummheit der Leute heraus als dass die Finanzkrise damit irgendetwas zu tun hätte.

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Info-Peace

Geschrieben von DerKlaun - November 8, 2008

Ein Mitbewohner von mir hat mir heute eine Ansammlung an Papierblättern in die Hand gedrückt, für die mir noch die richtige Bezeichnung fehlt. Der Begriff ,,Zeitung” scheint der Intention des Verfassers des darauf abgedruckten Texts am ehesten zu entsprechen. Diese Zeitung wird in Heidelberg auf der Straße verkauft, 1,50 Euro das Stück, inklusive Mehrwertsteuer, ist handgeschrieben und scheint aus der Feder eines Menschen zu kommen, um den wir instinktiv eigentlich eher einen Bogen machen. Ich will jedoch versuchen nicht auf die moralische Schiene abzugleiten, von wegen die Obdachlosen oder was auch immer werden zu wenig beachtet, ich will ihn versuchen als gleichwertigen Menschen betrachten. Alles andere wäre Chauvinismus, ich würde meine Position in der Nahrungskette als eine bessere betrachten.

Die Zeitung heißt ,,Info-Peace”, wird jedoch näher beschrieben als ,,Revolutionszeitung”, ,,Futurenews” und ,,polit-science-fiction”, und enthält 5 Seiten voller Text plus die Titelseite, ich beziehe mich auf die Ausgabe ,,November 2008″.

Der Text fängt mit dem bizarren Satz ,,Was die Weltraumbeobachtungsstationen wahrnahmen, war eine bis an die Wahrnehmbarkeitsgrenze heranreichende Kette hellerleuchteter Raumschiffe, die direkt auf die Erde zuflog.” an. Trotz der kindlich gehaltenen Sprache zeugt diese Passage davon, wie durchdacht dieser Text geschrieben wurde. Ein sprachliches Paradoxon, korrekte Grammatik, das würde ich den meisten Menschen nicht zutrauen. Die Raumschiffe werden von Menschen geflogen, die vor längerer Zeit alles Leben auf den Planeten Erde gebracht haben.

Unser Planet kapituliert widerstandslos vor den feindlichen Invasoren, alle Nationen werden gezwungen den Vereinten Nationen beizutreten, diese und die WHO werden von nun an von den Außerirdischen kontrolliert. Die Raumschiffe unterstehen einer übergeordneten Institution, die analog zu der  UN für das gesamte Universum zuständig ist.

Die Erde war als Experiment geplant, das beweisen sollte, dass verschiedene politische Meinungen nebeneinander existieren können. Der Text nimmt also fast religiöse Züge an, er erklärt den Ursprung der Menschen und definiert das Ideal, welches diese haben sollten.

Nun strukturieren die Weltraummenschen die Gesellschaft um, die UN druckt ab sofort den UN-Dollar, jede Nation bekommt davon genug zur Verfügung und besitzt die gleiche Anzahl von Vertretern in den Versammlungen. Es gibt keine Steuern mehr, um der Inflation entgegenzuwirken werden die  Unternehmen von den Regierungen gezwungen ihe Preise stabil zu halten. Jeder Erwachsene erhält 2000 Dollar im Monat, die der Kaufkraft von 2000 Euro entsprechen müssen. Für Kinder wird genug Geld bereitgestellt und in ihre Schulbildung und sogar Krippenplätze investiert. Einen Satz will ich zitieren, da er eine Menge über die Person des Verfassers verrät: ,,Es wird Mindestlöhne-Mindestgehälter geben und die Arbeitsplatzsuch- und die Arbeitsplatzannahmepflicht entfällt”. Der gesamte Text pendelt zwischen juristisch gehaltener Sprache wie im zweiten Satzteil und visionärer Rhetorik wie im ersten Teil hin und her.

Ab 16 kann ein Mensch als mündig gelten, die Reife wird durch die WHO festgestellt. Diese beschäftigt eine in der neuen Gesellschaft anscheinend sehr wichtige Menge Psychologen. Mit der Mündigkeit erhält jede Person eine Schusswaffe, ich will mir nicht vorstellen, was eine Person täglich erleben muss, wenn sie so einen Wunsch in so einem Zusammenhang formuliert. Jeder Mensch wird die Möglichkeit besitzen zu wohnen und arbeiten wo er es für richtig hält, sobald die Psychologen ihn dafür für geeignet empfinden.

Der Verfasser schreibt, dass in dieser neuen Welt Folter, Verstümmelung und Misshandlungen verboten sein werden. Dies ist in unserer heutigen Welt schon der Fall, anscheinend lebt der Autor in einer anderen, es sei noch ungeklärt, ob er die Berichte in den Medien über Folter und Misshandlung zu seiner eigenen Welt werden lässt oder ob er Opfer von körperlicher Gewalt ist.

Statt Gefängnissen werden ,,WHO-Psychologiekrankenländer” gegründet, mit Lügendetektoren wird ab sofort bei einer Verhaftung durch die Polizei die Wahrheit festgestellt. Ich erlaube mir wieder eine Aussage über die psychische Verfassung des Verfassers, er fühlt sich also verarscht von den staatlichen Institutionen, vielleicht ist es der Placeboeffekt, der mich daraus auf eine Alkoholkrankheit schließen lässt, aber immerhin haben Alkoholkranke ein sehr eigenes Verhältnis zu der Wahrheit.

Jeder darf einen Menschen Anzeigen, damit dieser in eines dieser bizarren Länder kommt, ob der Angeklagte es verdient hat, ermittelt wieder ein genaues wissenschaftliches Gertät. Medizinische Versorgung ist kostenlos, und, das würde mir persönlich sehr zugute kommen, darunter fallen auch Schönheitsoperationen.

Der letzte Abschnitt des Textes wird eigenartiger, um Vergiftungen vorzubeugen, zieht man sich das Essen in diesen Ländern an Automaten, und, was mich persönlich sehr verwunderte, in dieser utopischen Gesellschaft trägt jeder einen Abstandshalter, der anderen einen Elektroschock zufügt sollten sie sich zu sehr nähern. Dadurch wird körperliche Gewalt verhindert.

Das Leben des Autors ist also durch diesen Text im weitesten offensichtlich, alkoholsüchtig, er lebt in einem gewalttätigen Umfeld und muss das ein oder andere mal im Gefängnis oder in einer psychiatrischen Klinik gewesen sein. Aber ich habe es anfangs geschrieben, ich will versuchen mich nicht auf diese Ebene herabzulassen, sondern ernsthaft zu diskutieren.

Das Leben auf der Erde wird erst durch Außerirdische in sozialistische Bahnen geleitet, der Mensch kann nicht von sich aus gut werden. Hiermit sollen alle Linksparteiwähler angesprochen werden: Dieser Mann hat recht. Nur durch Drohung und Waffengewalt zwingt man den Menschen dazu gut zu sein, es wird keinen Wandel von ihm aus geben. Er muss also zu seiner Freiheit gezwungen werden, das wusste man schon vor dem fatalen Experiment der französischen Revolution. Dieses Paraxodon ist nur durch eine übergeordnete Intervention, Gott oder Außerirdische zu erreichen – stimmt diese sehr offensichtliche These, so ist die Linkspartei nur eine Ansammlung von Vollidioten, die weniger Durchblick haben als der Autor, und das auch teilweise ohne Alkohol, oder Lügnern.

Genug Politik, kommen wir zu dem, was mich an meisten geschockt und fasziniert hat, der Abstandshalter. Viele Menschen kennen zwischenmenschlichen Kontakt als etwas gutes, ein Händedruck, eine Umarmung oder Intimeres sind tief mit positiven Empfindungen verbunden. Ja, es gibt Gewalt, aber wer kann schon behaupten, dass dies zu seinem Alltag gehören würde. Der Abstandsmesser aber gilt für alle Menschen, nicht nur für die Misshandlungsopfer. Man stelle sich also die Frage: Ist zwischenmenschlicher Kontakt gut?

Unsere Triebe machen uns nicht glücklich, sie dienen primär der Selbsterhaltung, das heißt der Erhaltung des genetischen Codes, das ist ein Fakt. Und eben diese Triebe, sie sind nicht nur erotischer Natur, auch von einer platonischen Freundschaft haben wir letztendlich Profit, zielen auf zwischenmenschlichen Kontakt. Da man jedoch allerhöchstens in seiner nächsten Familie halbwegs sicher sein kann, dass die Menschen tatsächlich nicht nur für Profit eine Beziehung unterhalten, ist jeder zwischenmenschliche Kontakt, der auch nur enen Handschlag enthält, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für Selbsttäuschung versehen. Soziale Kontakte, das ist nichts weiter als Theater, jeder spielt eine Rolle, und niemand kennt die echte Person hinter der Maske. Sich ehrlich auf einen anderen Menschen einlassen, das bedeutet eine Blöße zu geben, verletzlich sein.

Enttäuschung, Liebeskummer, Verrat, das gäbe es nicht in der utopischen Welt. Eine zu schöne Vorstellung, wir werden weiterhin unsere Lebenslinien kreuzen und uns gegenseitig viel Leid zufügen.

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Mein persönlichster Eintrag

Geschrieben von DerKlaun - November 3, 2008

Da ich meine Ausflüge in den Vegetarismus selbst nicht mehr als aufschreibeswert erachte, wende ich mich wieder wichtigen Dingen zu:

Die meisten meiner Leser wissen, dass ich einst  einer Religion angehört habe, die nicht nur die Menschheitsgeschichte mehr geprägt hat als irgendeine andere Bewegung, sondern gleichzeitig in nur fünfzig Jahren einen Bedeutungsverlust erlitten hat wie es kaum einen zweiten gab.

Das Christentum wurde von den Denkern des 19. Jahrhunderts derart tief vergiftet, dass die Wurzeln dieser Institution verfaulten, während die weltliche Obrigkeit den Stamm weiter mit allen Mitteln festhielt – mit dem Sozialismus und in besonderer Weise nach dem Nationalsozialismus verschwanden erst die Christen, dann die christlichen Obrigkeiten, das gesamte Gebäude der Kirchen stürzte. Allein in dem philosophiefernen Amerika finden die Grundsätze noch Nährboden, der Niedergang ist, das ist absolut trivial, auch hier nur eine Frage der Zeit.

Eine ähnliche Entwicklung habe ich selbst durchgemacht und mich letztendlich zu meiner großen Befreiung gegen das entschieden, was ich noch heute als das durchdachteste Konzept der Menschheitsgeschichte bezeichne. Es war eine zunächst durch und durch positive Entscheidung, jedoch fange ich zu vermissen an.

Ich vermisse die Geborgenheit, das Opium, welches die Religion zweifelsfrei gab. Das Christentum ermöglicht einen direkten Dialog mit einem göttlichen Wesen, es gibt dem Guten wie dem Schlechten einen Sinn, es lässt den Tod nur halb so schrecklich erscheinen. Wenngleich ich niemals überzeugt an das ewige Leben glauben mochte, so gab es doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür einmal einen himmlischen Zustand zu erreichen.

Gestern habe ich zutiefst christliche Musik gehört, und wieder verstanden, was mich einst so sehr an dem Unmöglichen festhalten lies – Kindheitserinnerungen, 2000 Jahre Werke gleichdenkender Menschen, heute bin ich so allein wie man nur allein sein kann mit seinem Weltbild, Hoffnung, diesen Begriff habe ich aus meinem Kopf verbannt, Göttlichkeit, diese suche ich nun allein bei Menschen, und grenzenlose Liebe. Liebe nicht von Gott zu den Menschen, doch eine Liebe von Menschen zu Gott, die ich in meiner frühen Jugend abgelegt habe, wegen der ich teilweise Eifersucht gegenüber Gott empfand, die jedoch den guten Menschen, und, ich betone, nur diese kann diesen erschaffen, ermöglicht.

Wenige Bücher konnten mich derart faszinieren wie die Bibel. Die Symbiose von Gut und Böse, von Logik und prinzipiell nicht Verständlichen, die Kälte Gottes und seine doch existierende Gnade. Das Opfer Jesu, welches mich in so mancher Nacht in ein wunderbares Leiden stürzte, und da mich die Bibel sogar zum Weinen brachte, ein Erlebnis, welches ich sonst nicht kenne, machte sie mich doch um einiges menschlicher. Trauer in gegenseitiger Liebe, gemeinsames Leid, davon handeln die großen Bücher, das ist der Stoff, aus dem Menschen gemacht werden. Mir bleibt diese Erfahrung außerhalb der Religion bis jetzt verwehrt.

Jesus bleibt tot, ein Fakt, der mich als Christ niemals gestört hat. Jedoch hat mich das zum Atheisten gemacht, ich wünschte er wäre lebendig.

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